Es ist schon ziemlich bekloppt, aber ich war am Freitag um 8 Uhr im Apple Store Köln und stand in der Schlange für das iPad Mini. Genau genommen ist es für meine Freundin, aber ich wollte das Spektakel einmal mitmachen. Seltsame Sache irgendwie. Während die Kunden gelangweilt vor dem Laden in der Schlange stehen und auf ihr iPhone glotzen, rennen und klatschen übermäßig viele Apple-Verkäufer im Laden umher. Sobald man endlich hineingelassen wird, heftet sich ein Mitarbeiter an die Versen und spricht von Apple-Produkten als würden sie den Weltfrieden bescheren. Aber gut. Darum soll es hier nicht gehen. Vielmehr möchte ich ein paar Gedanken zu dem neuen Gerät und der Medienbranche loswerden.
Das wichtigste bei Apple-Geräten ist das Anfassen. In der Sekunde, in der man sich dem Gerät zum ersten Mal nähert und es berührt, fällt man sein Urteil. Ein gutes Produkt, wie zum Beispiel das iPhone 5, lässt nach diesem Moment alle anderen Geräte altbacken wirken. Beim iPad Mini ist es ähnlich, obwohl es ja eher als Budget-Lösung ausgelegt ist. Aber es hat einen entscheidenden Vorteil: das Gewicht. Es ist im Vergleich zum großen Bruder unglaublich leicht. Genau genommen wurde das Gewicht halbiert. Nimmt man ein iPad der dritten/vierten Generation im Vergleich in die Hand – es wirkt wie eine massive Edelstahlpfanne.
Durch das geringe Gewicht klassifiziert sich das Mini endlich als portabler Reader. Ideal also auch für das mobile Lesen von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen. Einziges Manko: Am Preis wurde nicht genug gedreht. Ein Preis, der deutlich unter 300 Euro ist, wäre wesentlich interessanter gewesen. Vor allem im Hinblick auf die preisaggressive Konkurrenz von Google. Ein Volks-iPad sozusagen, das wäre es gewesen. Aber gut, es sind immerhin 170 Euro Preisdifferenz zum großen iPad. Gerade für den Unternehmensbereich, wo man mit großen Stückzahlen hantiert, macht das doch einen großen Unterschied. So wird es auch in einem Artikel von Techcrunch angepriesen. Dort heißt es:
The device is a terrific consumer tablet, but it has a lot of potential to be an even more impressive player in retail, restaurant and industrial applications.
Das selbe könnte auch für die Verlagsbranche gelten. Zwar ist das Google Nexus Tablet mit 199 Euro wesentlich günstiger und eignet sich generell besser für Abo-Angebote oder Leserprämien. Das iPad bietet aber eine solidere Plattform. Die Apps sind kompatibel (zum iPad 2 zum Beispiel) und es muss nicht auf die Kompatibilität zahlreicher unterschiedlicher Geräte wie in der Android-Welt geachtet werden. Das spart Entwicklungskosten für App-Entwickler.
Noch wurden die bekannten Angebote von Süddeutsche und Frankfurter Rundschau nicht an das iPad Mini angepasst. Aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Speziell die FR reagiert immer sehr schnell. Die vierte Generation wird bereits angeboten, aber hier musste man auch am Preismodell nichts ändern. Ich bin mir sicher, dass dort noch ein Xmas-Spezial mit dem Mini gemacht wird.
Theoretisch könnte die FR, wenn man die Preisersparnis durch das Mini mitberechnet, den monatlichen Abopreis auf 24-25 Euro (von 29,90 Euro) senken. Bei der SZ erscheint mir die Preisgestaltung sowieso weniger aggressiv. Aber ich denke, wenn man in den Bereich von unter 30 Euro pro Monat kommt, dann werden solche Kombi-Angebote für eine breite Masse interessant. Letztlich sollte das digitale Abo inkl. Gerät nicht mehr kosten als ein gewöhnliches Printabo. Amazon und Google machen es ja vor. Subventionierte Hardware und über die Inhalte dann Geld verdienen.
Kommentare
silver account #
Piracetam #
Kommentare